Seite drucken

Welche verschiedenen Arten von Arrhythmien gibt es?

 

Bradykardie

Bradykardie bedeutet „langsam schlagendes Herz”. Ein Herz, das ständig zu langsam schlägt, kann einen Menschen müde, schwindelig oder benommen machen, weil es nicht genug Blut fördert, um den Körper mit ausreichend Sauerstoff zu versorgen.
 

Tachykardie

Tachykardie bedeutet „schnell schlagendes Herz”. Wenn ein Herz ständig zu schnell schlägt, werden seine Kammern nicht vollständig mit Blut gefüllt. Das Herz kann den Körper dadurch nicht mit genug Sauerstoff versorgen, was zu Schwindelgefühl, Ohnmachtsanfällen und sogar Herzstillstand führt. Einige Tachykardien können in den oberen und andere in den unteren Kammern auftreten.

Vorhofflimmern

Das ist die häufigste Arrhythmie bei älteren Menschen. Beim Vorhofflimmern „flattern” (bzw. „flimmern”) die oberen Herzkammern und die an die unteren Kammern gesandten Signale sind unregelmäßig und fehlerhaft. Manchmal macht sich kein Symptom des Vorhofflimmerns bemerkbar. Häufig führt diese Arrhythmie aber zu einem Gefühl des heftigen Schlagens oder Flatterns in der Brust. Sie kann bei Menschen zu Müdigkeit, Schwäche, Schwindelgefühl und Kurzatmigkeit führen.

Kammerflimmern

Das ist die schwerwiegendste Art von Arrhythmie, bei der die elektrischen Herzsignale zeitlich nicht richtig aufeinander abgestimmt sind und ihren Ursprung statt im SA-Knoten in der Herzkammer nehmen. Dadurch „flimmert” bzw. bebt das Herz statt regelmäßig zu schlagen. Ein flimmerndes Herz pumpt sehr wenig Blut in den Körperkreislauf und ein Mensch, bei dem das Kammerflimmern auftritt, verliert schnell das Bewusstsein.

Zur Behandlung des Kammerflimmerns verwenden Ärzte die Defibrillation, bei der ein starker elektrischer Schock an das Herz abgegeben wird, wodurch das Herz zu seinem normalen Rhythmus zurückkehrt. Der Schock kann von einem Gerät mit großen Plattenelektroden oder von einem in den Körper implantierten ICD (Implantierbarer Kardioverter-Defibrillator) ausgelöst werden.

Sonstige Arrhythmien

Das Herz kann, außer zu schnell oder zu langsam, auch noch unregelmäßig schlagen. Beispielsweise kann sich eine Herzseite schneller als die andere zusammenziehen. Wenn das geschieht, können Blut und Sauerstoff nicht schnell genug in den Körper gelangen und der Pumpmechanismus beginnt zu versagen. Wird das Blut nicht aus den Lungen und dem Körper abgepumpt, kommt es zu einem Rückstau.

Dies kann zu einer ernsthaften Erkrankung der kongestiven Herzinsuffizienz führen. Diese Erkrankung wird in der Regel medikamentös behandelt, jedoch kann in einigen Fällen eine bestimmte Art von Schrittmachern zur Unterstützung der Behandlung eingesetzt werden.