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Herzschrittmacher

Seit dem ersten komplett implantierten Herzschrittmacher im Jahr 1958 haben mehr als zwei Millionen Menschen von der Herzschrittmachertherapie profitiert. Ein Herzschrittmacher überwacht die Herzfrequenz (wie schnell das Herz schlägt) und den Herzrhythmus (das Muster, nach dem das Herz schlägt) und gibt einen elektrischen Impuls, wenn das Herz nicht schlägt oder wenn es zu langsam schlägt. Herzschrittmacher können helfen, die Symptome zu lindern, die durch einen zu langsamen Herzrhythmus bedingt sind, zum Beispiel Benommenheit und Erschöpfung. Die Patienten erfreuen sich dadurch einer besseren Lebensqualität.

 

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Wie funktioniert ein Herzschrittmacher?

Wenn Ihr Herz nicht schnell genug schlägt (Bradykardie), gibt der Herzschrittmacher über einen Draht (eine sog. Elektrode) einen kleinen elektrischen Impuls an das Herz ab, so dass dieses zum Schlagen angeregt wird. Stellt der Herzschrittmacher fest, dass Ihr Herz angemessen schlägt, gibt er keinen Impuls ab, sondern befindet sich in einer Art „Standby“ (Überwachungsmodus). Wenn das System des Herzens ein Signal auslässt, sendet der Herzschrittmacher ein Signal als Ersatz. Diese Impulse sind winzig, und die meisten Menschen spüren sie überhaupt nicht. Das System hilft Ihrem Herz dadurch, im Rhythmus zu bleiben. Es speichert jedoch auch eine Reihe von Informationen über Ihr Herz. Ihr Arzt kann diese Informationen abrufen. Sie helfen ihm dabei, Ihr System so zu programmieren, dass Ihre Krankheit damit optimal behandelt wird.

 

Seit 2013 ist auch der elektrodenloser Herzschrittmacher „Nanostim“ in Deutschland erhältlich. Anders als bei herkömmlichen Herzschrittmachersystemen, kommt der Nanostim – der in etwa die Größe einer Füllerpatrone hat - ohne Elektroden aus und wird direkt im Herzen des Patienten implantiert. Näheres über Nanostim erfahren unter www.elektrodenloser-herzschrittmacher.de

 

Wie wird ein Herzschrittmacher implantiert?

Normalerweise wird die Operation zum Implantieren eines Herzunterstützungssystems ohne Vollnarkose durchgeführt. Stattdessen wird der Patient sediert. Das bedeutet, dass Sie ein Medikament bekommen, von dem Sie sich entspannen, aber Sie können Ihre Umgebung während des Eingriffs trotzdem noch wahrnehmen und hören, was das Operationsteam sagt. Sie können sich sogar mit dem Operationsteam unterhalten. An der Inzisionsstelle wird ein Betäubungsmittel angewendet. Das lokale Betäubungsmittel hemmt zwar heftige Schmerzen, aber es kann dennoch sein, dass Sie beim Implantieren des Systems einen gewissen Druck spüren. 

 

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Schematische Darstellung der Platzierung des Herzschrittmachers am Herzen


 

Was geschieht während des Implantationseingriffs für den Herzschrittmacher?

Der Arzt setzt einen kleinen Schnitt in die obere Brust und sucht eine Vene. Dann wird ein kleiner Stich in die Vene vorgenommen, und die Elektroden werden durch die Vene hinunter ins Herz geführt. Die Elektroden sind lange, biegsame Drähte. Das Operationsteam überwacht die Verlegung der einzelnen Elektroden mit einem großen Overhead-Monitor, dem so genannten Fluoroskop. Das ist eine Art bewegliches Röntgenbild. Die Elektroden müssen exakt an der richtigen Stelle angelegt werden, damit das System optimale Ergebnisse erzielt. Dieser Schritt ist daher oft der zeitaufwändigste Teil der Operation.

 

Danach testet der Arzt die Elektroden, um sich zu versichern, dass sie sich in der besten Position befinden, um das Herz mit Energie zu versorgen. Wenn die Elektroden angelegt sind, bittet Ihr Arzt Sie eventuell, ein paar einfache Aktionen auszuführen, zum Beispiel tief einzuatmen oder kräftig zu husten. Dadurch kann der Arzt prüfen, ob die Elektrode stabil sitzt. Danach macht der Arzt eine „Tasche“, indem er die Haut und das Gewebe darunter von dem Muskel unterhalb des Gewebes trennt. Der Impulsgeber wird an die Elektroden angeschlossen und anschließend in diese Tasche eingesetzt.

 

Nachdem das System eingesetzt wurde, näht der Arzt den Schnitt wieder zu. Nachdem die Wunde verheilt ist, bleiben bei vielen Menschen nur eine kleine Narbe und eine kleine Erhebung zurück. Bei sehr kleinen oder sehr dünnen Menschen kann das System allerdings etwas stärker auftragen. Wenn Sie sich Sorgen darüber machen, wie das aussehen wird, besprechen Sie dies mit Ihrem Arzt. In einigen Fällen kann das System auch an einer anderen Stelle eingesetzt werden, wo es nicht so stark aufträgt. Die Dauer des Eingriffs hängt davon ab, was für eine Art von Gerät Sie erhalten. Auch Ihre individuelle Anatomie spielt eine Rolle, und wie lange es dauert, bis der Implanteur eine gute Position für die Elektroden gefunden hat. Die Implantation eines Herzschrittmachers kann mehrere Stunden dauern.

 

Was geschieht nach der Operation?

Direkt nach der Operation werden Sie in den Aufwachraum gebracht. Möglicherweise verspüren Sie eine Zeitlang einen leichten Druckschmerz an der Implantatstelle. Sie bleiben einige Stunden oder vielleicht sogar einige Tage im Krankenhaus. Sie sollten die Einzelheiten Ihres Falls mit Ihrem Arzt besprechen. Befolgen Sie in der Zeit nach der Operation genau alle Anweisungen Ihres Arztes.

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Wie oft muss ich zu meinem Arzt in die Sprechstunde, nachdem das Gerät bei mir implantiert wurde?

Sie werden aufgefordert, Ihren Arzt regelmäßig zu Routinekontrollen aufzusuchen. Unmittelbar nach der Operation werden Sie vermutlich mehrere Male zu Ihrem Arzt in die Sprechstunde bestellt. Diese Sprechstunden sind alle sehr wichtig, damit der Arzt prüfen kann, ob das System richtig funktioniert. Manchmal sind geringere Anpassungen nötig. Diese können in der Arztpraxis schmerzlos mithilfe eines Tischcomputers, dem so genannten „Programmiergerät“, ausgeführt werden. Ihr Arzt untersucht auch Ihre Wunde und prüft, ob sie gut verheilt. Danach müssen Sie Ihren Arzt zu regelmäßigen Nachsorgen aufsuchen. Ihr Arzt wird Ihnen sagen, wie oft Sie zur Kontrolle kommen müssen. Die Häufigkeit der Kontrollen variiert je nach Patient und Krankheitszustand.

 

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Was geschieht bei einer Nachsorgeuntersuchung?

Die Nachsorge ist völlig schmerzlos und dauert in der Regel weniger als eine halbe Stunde. Während der Kontrolle legen der Arzt oder die Krankenschwester einen Programmierkopf über die Stelle, an der das System implantiert ist. Der Programmierkopf ist etwa so groß und so geformt wie eine Fernbedienung für einen Fernseher. Bei einigen Systemen wird kein Programmierkopf verwendet, sondern die Informationen werden über Funk gesendet. Das System sendet Daten über den Batteriezustand an das Programmiergerät, führt weitere Systemprüfungen aus und kann einen Bericht über Ihren Herzrhythmus seit der letzten Nachsorge ausgeben. Der Arzt kann bei Bedarf auch bestimmte Einstellungen an Ihrem System verändern, um Ihre Therapie anzupassen. Aus diesen Gründen ist es sehr wichtig, dass Sie Ihre Nachsorgetermine beim Arzt genau einhalten.